Ärzte
Textinterview
bei Antenne 1 (Stuttgart) vom 22. Juni 1998
zum Anlass der CD "13". Farin spricht über MsS, die Entstehung
der "13" und über die Tour.
Das Interview führte Stefan Giebert (S.G.)
mit Farin Urlaub (F.U.)
S.G.: Farin Urlaub, der Sänger der Ärzte ist heute bei uns in
Antenne im Gespräch. Farin, das Lied Männer sind Schweine hat
sich ja wirklich als absoluter Hammer Song entpuppt. Die ganze
Nation singt mit. Und der Song wäre ja nicht seit Wochen Nummer
1, wenn er nicht auch den Männern gefallen würde, also, ich hab
das Gefühl, die Männer sind fast ein bißchen stolz, so Ihr
habt
salonfähig gemacht, was vorher eh alle wußten.
F.U.: Ich weiß nicht, ob's das ist. Ich hab
mir, muß ich ganz ehrlich sagen, auch wenn ich damit vielleicht
einige Leute enttäusche, ich hab mir gar nicht so viele
Gedanken gemacht um die weitreichenden Konsequenzen, weil das
ist, also, wenn wir Lieder schreiben, dann sagen wir nicht: Oh,
das wird 'ne Hitsingle. Das passiert dann halt aus Versehen.
Also wir geben uns bei allen Stücken genauso viel Mühe und bei
diesem Stück hab ich eigentlich nur versucht, das, was man,
also, was ich mir so vorstelle, was Frauen in uns sehen. Oder
um jetzt, darf ich ein bißchen weiter ausholen?
S.G.:Ja, hol nur aus!
F.U.:Also, ich sag jetzt mal: Jemand wie
Tolstoi, ein literarischer Gigant, hat das Gefühl, er ist
furchtbar verliebt. Letzten Endes will er wahrscheinlich
einfach nur vögeln. Aber für ihn ist das halt, weil er halt so
'n literarischer Gigant ist, schreibt er halt 'n Welt, hm, äh
Werk der Weltliteratur, dann über seine großen Gefühle. Die
Frau, die er dann letzten Endes, irgendwie eine von seinen, äh,
Mägden, die er dann letzten Endes schwängert, bei der kommt,
glaub ich, das alles ganz anders an. Da ist halt dieser
Schraat, mit dem Bart, und der will halt einfach nur über sie
rüber steigen, so oft wie möglich. Ich hab mir überlegt, daß es
da eine furchtbare Diskrepanz gibt, weil, ich glaube, daß für
Tolstoi zum Beispiel, äh, Tolstoi steht da jetzt
stellvertretend für vieles, daß das halt echte große Gefühle
sind, romantisch und so was, und für die Frau isses mehr so:
Ach, jetzt kommt er wieder, ich denke mal, er ist geil. Und das
alles wollte ich halt, die Sicht der Frau wollte ich jetzt
einfach mal so, äh, aufschreiben oder singen und äh, aus
Versehen haben wir da wirklich 'n Nerv getroffen
offensichtlich. Was aber sehr amüsant ist zu sehen, weil, äh,
wir kriegen dann so mit wie Leute uns empörte Briefe schreiben,
oder bei Radiosendern anrufen "Wie können Sie so was spiel'n?"
oder, oder ich hab original 'ne Email vom Typen gekriegt "Ihr
seid doch Verräter!"
S.G.:(lacht) Ja, aber hast Du nicht das
Gefühl, daß wir Männer auch auf der Suche sind, so nach dem
romantischen Kerzenlicht?
F.U.:Hm, das ist schwer zu sagen. Also, wenn
ich mir die Suchmethoden einiger Männer angucke, dann (lacht)
wär das schon ziemlich merkwürdig. Ich glaube, daß die meisten
Männer die Quadratur des Kreises wollen. Also, sie wollen die
absolute Freiheit ohne sie aber dem Partner zu zugesteh'n. Äh,
also die Frau muß immer da sein und sie muß einerseits total
selbständig sein, andererseits aber auch bitte nicht so
selbständig, als daß sie auf ihn verzichten könnte. Und, also,
ähm, wenn man sich wirklich anhört, wie Männer ihre Traumfrauen
beschreiben, das ist nicht wirklich realistisch. Man muß sich
dann mal entscheiden. Oder man macht es halt wie Rockstars und
betreibt die Vielweiberei konsequent. Nicht wir natürlich, wir
sind da absolute Ausnahmen! Iss klar, oder?
S.G.: Was war Deine dümmste Anmache, die Du
je erlebt hast?
F.U.:(holt tief Luft) Ähm, äh, also einer
der dümmsten ist: "Hey, Du bist doch Campino!!" (beide lachen)
Da dreh ich ziemlich am Rad.(lacht) "Nein, ich bin doch von den
Prinzen!" "Achso, ich wußte doch, Du machst Musik!" Das ist
ziemlich dumm, ähm, aber ehrlich gesagt, die dummen merke ich
mir nicht, weil die dummen geh'n halt hier rein, da raus. Die
guten merk' ich mir. Die, ähm, eine der besten Anmachen, weil,
äh, wahrscheinlich war ich deshalb so beeindruckt, weil die von
einer wunderschönen Frau kam. Das ist auch so ziemlich das
einzige mal, daß mir das so passiert ist. Kann ich ja jetzt mal
sagen. Da war ich in, äh, in einer Disco und da war eine
unglaublich schöne Frau, also phantastisch. Und dann bin ich,
äh, war ich doch eingeschüchtert, ich hab sie zwar zweimal
schüchtern angeguckt, aber ich dachte: Nee, so was sprichste
nicht an, das hat auch überhaupt keinen Stil, weil, irgendwie,
wir war'n auch auf Tour und auf Tour iss man dann, nach zwei
Wochen iss man dann einfach nur noch ein sabbender Lappen, so:
EINE FRAU! EINE FRAU! EINE FRAU! Und dann wollt ich gerade
geh'n, dann kommt sie an und meint: Kann ich mitkommen? Das war
alles, was sie gesagt hat und ich so (pfeift durch die Zähne)
Bumm, bin ich erst mal umgefallen. Das war ganz lustig dann
noch. (lacht)
Dann Musikpause
S.G.:Heute hier bei uns, der Sänger der
Ärzte, Farin Urlaub. Auf Eurer neuen CD, "13" heißt sie, gibt's
ein Stück, das heißt "Goldenes Handwerk". Und da singst Du,
Farin, "für das bißchen bumbum, kommt 'ne Menge bei rum." Ich
geh mal davon aus, die Ärzte sind reich.
F.U.: Wir sind ja auch nicht nur die beste,
sondern auch eine der ehrlichsten Bands der Welt. Weil gerade
im Rockbereich ist es ja vielen Leuten total peinlich: Ja, und
verdienen auch Geld mit der Musik. Und, also ich finde, weiß
ich nicht, äh, ist doch schön! Ermöglicht uns ein wunderschönes
Leben, ermöglicht uns, das zu machen, was wir wollen. Was ja
dann immer die Ironie ist, wenn die Leute uns dann jetzt, weil
wir erfolgreich sind, ausverkauft vorwerfen. Also machen nicht
viele, aber einiges machen's. Weil gerade dadurch, daß wir so
erfolgreich sind, können wir machen, was wir wollen, weil, äh,
scheiß drauf. "Oh, wir haben nur 5 Platten verkauft, ohweia!"
Muß trotzdem nicht mehr arbeiten geh'n. Und das ist irgendwie
ganz schön.
S.G.: Ja, es scheint Dir gut zu gefallen,
Rockstar zu sein!
F.U.: Es ist der Hammer! (lacht) Das Schöne
ist halt, daß wir uns nicht verstellen müssen. Also es gibt ja
Rockstars, die haben wir auch kennengelernt, die spielen Band,
weil sie müssen halt nach außen eine Band sein. Die hassen sich
aber untereinander schon seit 5 Jahren. Oder sie spielen halt,
daß sie sich wohlfühlen. Das ist bei uns alles nicht. Wir
müssen kein Theater spielen. Wir machen, also, wer jemals ein
Konzert von uns gesehen hat, der weiß wovon ich rede.
S.G.: Das liegt wohl aber auch daran, daß Du
das Leben mit den Ärzten und auch die ewige Freundschaft mit
Deinem Schlagzeuger, Bela B., daß Du die Band als Beziehung
begreifst.
F.U.: Ja, nein, 's ist schon 'ne Familie.
Also, mit, zwischen Bela und mir, das hat er mal gesagt, das
ist eher so wie 'ne Ehe. Wir kennen uns halt wirklich in- und
auswendig. Ich dreh mich halt um beim Konzert, seh' sein
Gesicht und weiß genau, was als nächstes kommt, und dann krieg
ich auch meistens 'n Stick in den Rücken. (lacht)
S.G.: Apropros Rücken. In den Rücken
gefallen sind in Eure Erfolgslaufbahn Euch einige
Rechtsvertreter. Weil einige Eurer Platten waren ja verboten.
Heute scheint das etwas anders zu sein. Sind die Ärzte braver
geworden?
F.U.: Im Gegenteil. Wir sind nur viel
geschickter geworden! (lacht) Ja, früher zum Beispiel, es gab
'ne Zeit, da haben wir uns um gar nichts geschehrt und da sind
wir aus Versehen auf'm Index gelandet. Da haben wir gesagt: Oh,
und was heißt das jetzt? Und dann haben wir erfahren, was das
heißt. Unsere Platten durften nicht mehr verkauft werden, die
haben ein paar Plattenhändler verhaftet, zwar bald wieder
rausgelassen, aber, weil die unsere Platten verkauft haben,
ohne Vorlage des Ausweises. Und, äh, also, die indizierten, und
dann äh, wurden wir nicht mehr im Radio gespielt. Sogar
Veranstaltungen, Veranstalter wollten nichts mehr mit uns zu
tun haben, die haben sich halt auch gesagt: Jetzt auf'm Index,
wer weiß, was das heißt. Und das hat ziemlich lang gedauert und
hat ziemlich an unseren Nerven gezehrt.
Die SONY, also CBS damals, hätt' uns fast
rausgeschmissen. Weil die halt gleich gesagt haben: Ja, also
wir distanzieren uns auch davon. Das ist ja furchtbar, das ist
'ne schmutzige Band. Und wir so: Äh, Moment! Weil die kannten
ja die Lieder auch vorher, die dann später auf den Index
gekommen sind, hatten da auch keine Bedenken. Und es war
wirklich 'ne harte Zeit. Weil wir da versucht haben zu der Zeit
schon nur ausschließlich von Musik zu leben, waren plötzlich
alle Einnahmequellen, nämlich Konzerte und Platten, waren,
gingen so gegen Null von einem Tag auf den anderen. Und das war
ziemlich blöd. Und jetzt sind wir halt so, wenn wir irgendwas
ausdrücken wollen, was vielleicht geschmacklos sein könnte,
dann formulieren wir's halt so, daß es sehr eingängig ist und
nicht indizierungsrelevant. Also wir sind lieber subversiv.
Also jetzt so wie ganz früher, so, ähm, bomm, plakativ. So
irgendwie: Ich hab meine Schwester gebumst. Das, äh, den Text
hab ich auch mit 15 geschrieben, wie soll ich sagen, da war ich
noch nicht so, so subtil. (lacht) Da hatte ich noch nicht mal
Haare am Sack, glaub ich, oder gerade so, äh, Verzeihung, äh,
so viel zur Subtilität! (lacht)
S.G.: Und wir spielen jetzt ein ganz
subtiles Lied von der neuen Ärzte CD. Und das heißt "Ein Lied
für Dich". Dann war Musikpause
S.G.: Bei Antenne im Gespäch: Farin Urlaub,
der Sänger der Ärzte. Farin, Euer neues Album heißt "13" und
äh, ich glaube, es ist ein unheimlich vielfältiges Album. Also,
die erste Nummer ist gleich ein Jazzstück, dann habt Ihr
Flamencoelemente drin, dann habt Ihr Schmalzgeigen in dem Stück
"Der Graf". Sind die Ärzte in ihrem Stil so offen wie nie?
F.U.:Mmmmnnnö. Also, "Planet Punk" war
genauso vielfätig. "Die Bestie in Menschengestalt" auch. Und,
äh, wir haben eigentlich schon auf der "debil", unserer,
unserer richtigen Platte, haben wir angefangen mit solchen
Sachen. Da gibt's äh, damals halt zaghafte Versuche, weil
damals hatten wir weder das Budget um irgendwie zu sagen: Hey,
laßt uns Streicher holen! Noch die musikalischen Fähigkeiten zu
sagen: Hey, ich spiel jetzt mal 'n Flamenco! Aber wir haben
halt damals schon versucht, so, das waren halt eher so
Punknähere Sachen, wie Ska, Rockabilly und so was, in die Musik
einzubringen. Das wurd' halt immer mehr. Je älter wir werden,
desto besser werden wir halt auch. Und desto mehr nehmen wir
uns auch Zeit für so was. "Rod loves you" zum Beispiel, 'ne
perfekte Disconummer, war auf "Planet Punk" drauf. Also, es ist
nur 'ne Weiterentwicklung.
S.G.: Ich nehme an, Du stehst total auf
Deine neue Platte.
F.U.: Ich finde, 's ist unsere Beste. Also,
das sag' ich vielleicht öfters, aber dies mal ist's irgendwie
noch 'n anderes Gefühl. Die ist einfach, die ist super
vielfältig. Wir haben uns total Mühe gegeben mit den Texten.
Wir haben alle zusammen länger an den Liedern geschrieben und
komponiert und so, als je zuvor. Ich finde, das hört man. Wir
hatten 35 Stücke zur Auswahl und dann, nur die besten kommen
auf die Platte.
S.G.: Hm, war das nicht gnadenlos schwer die
Stücke auszusuchen? Ich weiß nicht, Ihr, die Ärzte, zu zweit
oder zu dritt, wie habt Ihr's gemacht?
F.U.: Also, die Hauptauswahl treffen wir zu
dritt, klar, die Band. Und dann Uwe Hoffmann, der Produzent und
Freund, natürlich, ist auch noch stimmberechtigt. Wir hatten
wirklich 'n Problem, äh, aus den letzten 20 dann die 17
auszusuchen. Also auf die 20 haben wir uns ziemlich schnell
geeinigt, aber dann war's wirklich so ein täglicher Kampf. Und
dann, wir haben's dann so weit getrieben, daß wir gesagt haben:
OK, wir mischen die 20 komplett und das waren nicht noch
B-Seiten. Also bei einigen Stücken isses von vorne herein klar,
die hört man sich einmal zu dritt an und sagt: Es iss cool,
aber es iss 'ne B-Seite. Wie zum Beispiel jetzt, äh, dieses
furchtbare "Saufen" Stück (lacht) und so was. So was, OK, so
was muß aber bitte auf keinen Fall auf die Platte. Ja, dann bei
den 20 hatte dann Uwe Hoffmann auch das letzte Wort. Wir haben
dann alle fertig gemischt und haben gesagt: OK, die sind's.
Aber ich bin halt super glücklich mit dem Resultat.
S.G.: Ihr hattet ja ein riesen Comeback im
Jahre '89. Vergleich doch mal Euer Comeback mit dem von "Modern
Talking" in diesem Jahr.
F.U.: Ähm, was wir hätten machen müssen, um
so zu sein wie "Modern Talking", wäre: "Westerland '93 - der
grandiose Mix" und dann Westerland mit 'ner kleinen Rapeinlage,
oder was weiß ich. Darum ging's genau nicht. Es ging eben darum
uns weiter zu entwickeln. Es ging nicht darum: Wir sind wieder
da, und übrigens, es ist wirklich genau wie früher, Ehrenwort.
Wir sind nur ein bißchen älter und dicker geworden. Darum
ging's halt alles nicht. Es ging darum: Wir sind wieder da und
haltet Euch fest! Und das haben wir, glaube ich, gut
durchgehalten.
Wieder Musikpause
S.G.: Antenne 1 mit dem Sänger der besten
Band der Welt, wie sich die Ärzte gern nennen: Farin Urlaub.
Farin Urlaub, ja, in Deinem Künstlernamen steckt ja die
Vermutung, daß Du ein Reisefreak bist, oder?
F.U.: Total. Absolut. Das ist, also, wenn
ich nicht Musiker geworden wäre, dann wäre ich Reiser
geworden.
S.G.: Hm, hast Du...
F.U.: (fällt S.G. ins Wort) Also, wenn wir
Zeit haben, dann verreise ich.
S.G.:Hast Du denn bei Deinen Reisen ein Land
gefunden von dem Du sagst: Da möchte ich noch lieber wohnen als
in Deutschland?
F.U.: (F.U. verfällt voll in Berliner
Dialekt, was ich hier aber nicht so schreibe) Ich hab das
jahrelang gesucht und mittlerweile, ähm, glaub ich nicht mehr,
daß es das gibt. Ich bin dann doch lieber auf Reisen. Ich guck
mir das alles an, aber die Länder, in denen ich ernsthaft
überlegt habe, ob ich da hin ziehe, da bin ich dann mal länger
geblieben. Brasilien, zum Beispiel, war so 'n Fall. Und ich
könnte da nicht ernsthaft leben. Also, ich könnte da wohnen und
irgendwie, äh, arbeiten, zum Beispiel, könnte ich schon mal
nicht. Aber ich könnte dann halt das Geld ausgeben, was ich
hier verdien', da ausgeben. Und ich hätte auch ein paar Freunde
da, also die hab ich jetzt schon, aber es ist nicht dasselbe.
Irgendwie, glaub ich, nach 'n paar Jahren würd' ich doch
ziemlich traurig sein. Deswegen hab ich's dann lieber so, daß
ich, ich sitz zu Hause und denke so: Wo warste noch nicht, wo
willste hin? Und dann besorg' ich mir Informationen und sage:
Das klingt geil und dann versuch' ich halt, da hin zu
kommen.
S.G.: Aha. Du bist ja Musiker, sonst hast
Du, glaube ich, nichts gelernt. Aber ch habe gehört, daß Du mal
Archäologie studiert hast.
F.U.: (spricht wieder Hochdeutsch)
Einen Tag lang, genau. Ich war ein Tag in der Uni und hab dann
gesagt: hr wollt mich doch verarschen, ich soll jetzt noch mal
in die Schule geh'n? as war überhaupt nicht mein Ding. Also,
liebe Studenten, studiert weiter, eutschland braucht eine
intellektuelle Elite. Aber ich gehöre nicht dazu. S.G.: Dafür
gehst Du aber gern auf Parties, oder? In einem Song auf der
neuen CD, singst Du: "Deine Party stinkt". Und da frag' ich
Dich, was ist für Dich 'ne richtig klasse Party?
F.U.: Das kommt auf die Laune an. Also
eigentlich find ich die Parties am besten, wo ich hingeh' und
wenig Leute kenne. Also, schon ein paar, weil sonst steht man
die ganze Zeit in 'ner Ecke. Also, wenige. Und dann treff ich
so, lern' ich so immer mehr Leute kennen, das wird total
spannend, weil man dann sich mit vielen Leuten unterhalten und
wenn man dann die Schnauze voll hat, dann geht man woanders
hin. Und es muß richtig gute Musik laufen. Und jetzt frag' mich
nicht, was richtig gute Musik iss, weil dann dauert das hier 5
Stunden!
S.G.: Die besten Parties, sagt man, sind
Eure Konzerte. Laß uns kurz über die Ärzte Tour sprechen.
F.U.: Kurz? Nee! Sondern von August bis
November, also lang! Volle Power, klar! Nee, wir haben wie
immer zwischendurch, das machen wir jetzt seit Jahren, äh, eine
Woche Urlaub mittendrin, wo wir mit der Crew irgendwo hin
verreisen und machen dann da Party, um uns 'n bißchen von dem
Party machen zu erholen. Das klingt jetzt unlogisch, aber es
ist so. Und dann geh'n wir weiter auf Tour. Also, es ist im
Prinzip vom, von, ich glaube, am 11. August geht's los und geht
bis Ende November. Also 3 1/2 Monate und wir freu'n uns
drauf!
S.G.: Und spielt Ihr immer das gleiche
Programm?
F.U.: Also es gibt 'ne grobe Reihenfolge. Es
gibt so 'n Gerüst. Weil es gibt ja auch Tage, wo wir irgendwie
jetzt nicht drauf kommen: Was können wir denn jetzt spielen?
Und für solche Tage ist die Reihenfolge da. Und ansonsten wird
eben improvisiert, was das Zueg hält. Und, also, im Prinzip ist
es sinnlos über Ärztekonzerte zu reden. Weil, wer da war,weiß,
was ihn erwartet. Wer noch nicht da war, hat was
versäumt.Klingt jetzt sehr eingebildet, aber da bilde ich mir
auch was drauf ein.Ich glaube, live gibt's wenige Bands, die
uns in irgendweiner Form übertreffen können!
S.G.: Das war Farin Urlaub, das
Schwein....nein, der Mann, der bei den Ärzten singt, und Stefan
Giebert.
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